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Jess Jochimsen
"Für die Jahreszeit zu laut"



Foto: Albert J. Schmidt


Die Welt könnte schön sein.
Wäre da nicht der Mitmensch.
Der in einer Tour herumfuhrwerkt und seine Ansichten unangenehm und ohne Unterlass in seine Umgebung krakeelt. Oder, wenn diese längst geflohen ist, in irgendein Gerät. Egal ob in Politik, Medien oder Nachbarschaft, wohin man sich auch wendet, die Bescheidwisser und Tonangeber warten schon und hausmeistern einen an.

Jess Jochimsen begegnet dem krisensatten Marktgeschrei auf seine Weise. Zurückgelehnt und entschleunigt dreht er den notorischen Rechthabern und Ratgebern den Ton ab und macht sich auf die Suche nach den Geschichten, die im Radau untergehen. Er singt Lieder über den ganzjährigen November, zeigt hanebüchene Dias aus deutschen Vorstädten und erzählt. Von daheim und unterwegs. Von dem, was anliegt. Von der trotzigen Würde der Kellerbewohner, zum Beispiel, aber auch von der schönsten Liebeserklärung aller Zeiten.

Für sein "wütendes Kabarett der leisen Töne" (taz) ist Jochimsen vielfach ausgezeichnet worden, weil es poetisch, genau und anrührend ist – und nicht zuletzt: sehr komisch. FÜR DIE JAHRESZEIT ZU LAUT ist der Versuch, dem großen Geklapper zu entkommen und dabei Haltung zu bewahren. Ein Misstrauensvotum gegen Lärmmacher aller Art.

Jess Jochimsen, 1970 in München geboren, lebt als Autor, Kabarettist und Fotograf in Freiburg. Seit 1992 tritt er auf allen bekannten deutschsprachigen Bühnen auf, wofür er immer wieder ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem "Passauer Scharfrichterbeil", dem "Prix Pantheon" und zuletzt mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg (2011).

Er war zu Gast in zahlreichen Fernsehsendungen (u.a. Scheibenwischer, Mitternachtsspitzen, Ottis Schlachthof, Quatsch Comedy Club) und Talkshows (u.a. 3 nach 9, Kölner Treff, NDR-Talkshow). Seit 2006 ist er Gastgeber der "SWR-Poetennächte", von 2000 bis 2008 moderierte er die Literatursendung "Die Vorleser" im WDR-Hörfunk.