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Jörg Kräuter
"Badisch-Wild-West"


Regional - Sentimental - Brutal

Dreist im Geist und fest im Sattel macht sich der verbale Scharfschütze Jörg Kräuter, der „Buffalo Bill“ des Badischen Kabaretts auf den Weg, weit ab der Heimat große Bühnen zu erstürmen. Doch kaum ist die geliebte Heimat, der Wilde Westen Deutschlands außer Sichtweite, überfällt den ruhelosen und einsamen Reiter grauenhafter Heimat-Blues, die magisch-horizontale Gravitation des Heimwehs!

Die Erinnerung an die Kindheit lässt seinen Wagemut schwinden. Als Badischer Spargel aus hügeligem Mutterboden geschlüpft, findet er sich im religiösen Spannungsfeld moslemischer Erntehelfer und fundamentalistisch-katholischem Elternhaus zu Recht. Das Werden und Gedeihen findet statt in beengter Behaustheit einer windschiefen Schwarzwald-Ranch, das Heranreifen in Hirschhorn geknöpften Lederhosen mit Zentralverriegelung und integriertem Notausstieg im Haferldesign. Und immer wieder „Büffeln, Büffeln, Büffeln!“ Spargel wächst auf Hügeln, die Erde ist eine Kugel, aber die Heimat ist eine Scheibe. Eine Zielscheibe? Die Jugend verbringt er als Halbton in einer Musikerfamilie. Der Vater dirigiert, der Bruder bratscht, die Mutter zittert. Morgens Grieg und mittags Händel.

Dann der misstrauische Blick auf den nicht enden wollenden Strom fremdländischer Eindringlinge. Einheimische Befremdungen überfallen ihn. Die wilden Horden des Schwabenhäuptlings Ötting Bulls aus den Karststeppen im Osten, aufdringliche Marlboro-Männer aus dem Westen, Schwarz-Rote Koalitionäre aus dem Norden und heimatlose Kolonialwaren aus dem Süden. „High noon!“ Heimat als Migrations-Discounter der alles bietet: „Neigschmeckte“ und „Neidappte“. Reinländer die raus wollen und Rausländer die rein wollen....

Kräuters kabarettistisches Wild-West-Epos ist ein verbales Dauerfeuer, ein waghalsiges Wortgefecht und eine Zwerchfell erschütternde Spaßattacke bei der nur eines klar scheint:

Nix wie weg von der Heimat, denn Heimat ist erst richtig schön, wenn man sie verloren hat.